Highlanders von Kossiw

Nachdem ich aus dem Shop „entführt“  wurde ging es 2 mal ums Eck auf einen kleinen Autofriedhof. Da standen lauter richtig alte Autos halb zugedeckt. Dahinter war eine Werkstatt. Und davor standen 2 neue KTMs und noch andere Mopeds. Begrüßt wurde ich von Biker, so heißt der Hund. Ein kleiner struppiger Streuner. In der Werkstatt schraubte ein älterer Herr an einem ChinaRoller. Vasili der Besitzer der Werkstatt. In der Werkstatt standen nochmals min. neue 3 KTMs und andere Mopeds. Der Typ welcher mich entführt hat war total aus dem Häuschen und hat mich in die Lagerhalle dahinter gedrängt. Dort standen sicherlich 20-30 Bikes. Ich habe den Mund nicht mehr zubekommen.

Sie erklärten mir das Sie ein Motocross Moto Club sind und an Ukrainischen Rennen teilnehmen. Vasili hat mir dann Borscht zum Essen angeboten und für uns zwei warm gemacht. Super lecker. Beim Borscht essen hat er Schnapsglässer geholt und eine Wodka Flasche. Ich habe Ihm erklärt das ich noch fahren muß und Ihm die Adresse der Unterkunft gezeigt. Er meinte ich soll in der Werkstatt auf dem Sofa schlafen. Aber das habe ich abgelehnt. Also habe ich nur ein paar Tropfen ins Glas bekommen. Aber das 3 mal. Denn 3 mal anstoßen musste sein. Er meinte ich soll zu Ihm laufen, wenn ich meine Unterkunft bezogen habe. Da ich nichts anderes vor hatte, habe ich mit gemischten Gefühlen zugesagt. Zum Abschied hat er mir noch ein Präsent überreicht

Auf dem Handy von Einem habe ich mir noch Videos vom letzten Eunduro Rennen angesehen. Und großes Gelächter weil einer, er hat auf Ihn gezeigt, in der ersten Kurve gestürtzt ist. War alles irgendwie Witzig.

Ich bin also nach einer Dusche zurück in den Ort gelaufen. In der Werkstatt war nur noch Vasili und hat über die Qualität der ChinaRollers geflucht. Dann hat er mich in sein Museum geführt und ich durfte mit Fliegermütze und Handschuhen auf seinen Mopeds posieren, wärend er mich fotografiert hat.

Auf dem Logo des Moto Clubs haben wir auch posiert.

Er hat sich dann umgezogen und gewaschen und ich habe mich im Museum umgesehen. Erst da ist mir aufgefallen, was er noch alles zusammengetragen hat ausser den Mopeds.

Es gab noch viel, viel mehr zu sehen… Wahnsinn.

Nachdem er frisch umgezogen wieder erschien ist, sind wir ein paar Häuser weiter gegangen. Er hat mir erklärt das in dem Ort früher Salzminen waren und Salz abgebaut wurde. Natürlich alles auf Ukrainisch. Aber ich habe ein bisschen was verstanden. Die Stollen sind eingestürtzt und deshalb gibt es hier ein paar Tümpel oder Sümpfe. An der anderen Werkstatt kam uns ein langhaariger Typ entgegen. Kaum hat er mich gesehen hat er gegrinst und die Pommesgabel in die Höhe gestreckt. Klasse Empfang. Miroslav ist Schmied und bastelt nebenher an Motorrädern.

Er hat mir Beile gezeigt, welche er aus Blattfedern umgeschmiedet hat. Auch ganz tolles Kaminbesteck. Alles Handarbeit. Wir haben noch ein Kaffee getrunken, dann ging es zurück zur Werkstatt von Vasili.

Hier die 2 KTMs vor der Werkstatt.

Vasili hat dann Feuer gemacht. Bzw. mir die Aufgabe gegeben. Danach hat er mich Brot kaufen geschickt.

In die Schale kam Öl und Speck. Dann viele Kartoffeln. Und zum Schluss noch Hühnerflügel.

Und was ich fast vergessen hätte, der Wodka in Wassergläsern war auch am Start. Auch wenn er etwas trüb aussieht. Da war noch etwas mit drin, was ich nicht verstanden habe.

Das ist Biker der darauf wartet das etwas runterfällt oder die Knochen für Ihn übrig bleiben.

Es war ein super schöner Abend. Nach einer herzlichen Verabschiedung mit Umarmung bin ich in die Unterkunft getorkelt.

Hier noch ein Bericht über Vasili welchen ich im Internet gefunden habe. Es wurde auch ein Film von einem Östreicher über Ihn gedreht, welche auf YouTube zu finden ist und im Artikel verlinkt ist.

Kossiw. Motoclub inmitten der Berge


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7 Kommentare zu „Highlanders von Kossiw

  1. Klingt nach einem ziemlich abgefahren-großartigem Erlebnis. Und wenn ich das alles so lese, dann ist dein Ukrainisch scheinbar auch garnicht übel

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  2. Und der Vodka schadet der Verständigung in solchen Fällen wahrscheinlich auch nicht – nur Hemmschwelle beim Ukrainern-Pantomime sinkt
    Freut mich, dass du so ein tolles Erlebnis hattest! So wird alleine reisen auch nicht langweilig 😉

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  3. Guten Morgen …und wer hatte Recht wie die Geschichte ausging mit der Entführung ? Ich !!!!!!! Nach zu lesen am Blogeintrag vorher ..grins Lieber Simon, bleib wie Du bist und gehe Deinem Bauchgefühl nach was Menschenkenntnis angeht. Aber ganz ehrlich mir wäre noch viel mulmiger gewesen..tolles Erlebnis !!

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